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London in 50 Stunden mit einer 4-Jährigen

London in 50 Stunden mit einer 4-Jährigen

Letztes Wochenende haben wir unserer Tochter einen Wunsch erfüllt und sind mit ihr nach London geflogen. Sie hat im letzten Jahr so oft zurückstecken und Rücksicht nehmen müssen auf das kleine Geschwisterchen. Die Idee war, dass unser Mädchen mal wieder seine Eltern für sich alleine haben darf. Nach unserem ‚Parents only’ Wochenende vor zwei Wochen in Paris, war mir das ein Bedürfnis. Da ich ab April wieder zurück in den Beruf gehe, war es mir wichtig das vorher in Ruhe zu machen.

Der kleine Bruder durfte dafür ein ganzes Wochenende die Aufmerksamkeit der Großeltern für sich alleine genießen, was ihm sehr gut getan hat (auch Großmami und Großvater hatten eine entspannte Zeit mit ihrem Enkelsohn). Ich wundere mich immer, wenn ich die lieben Statusberichte von meiner Schwiegermutter per SMS bekomme und lese, wie friedlich und lang der Kleine geschlafen und wie toll er gegessen hat (das muss an der Ruhe im Haus der Großeltern und den leckeren Maccheronis nach Uromas Rezept liegen).

Tag 1

Die Flugzeiten habe ich so gewählt, dass wir am Freitag entspannt um die Mittagszeit geflogen sind (ab Düsseldorf bis Heathrow Airport). Wir konnten den Kleinen also wie gewohnt freitags morgens nach dem Frühstück zu meinen Schwiegereltern fahren, die glücklicherweise nur 20 Minuten entfernt wohnen. Sie freuen sich immer über Enkelkinder-Besuch (auch mit Übernachtung) – eine win-win-Situation!

Für unsere London-Reise habe ich im Vorhinein ein London-Malbuch, einen London-Stadtplan für Kinder mit Stickern, ein London-Bilder/Vorlesebuch sowie das TipToi Englisch-Buch bestellt. Das Malbuch kam gleich beim Hinflug zum Einsatz. Das Vorlesebuch war wunderbar, um am Abend die Erlebnisse Revue passieren zu lassen und um sich auf die Sehenswürdigkeiten am folgenden Tag vorzubereiten. Den Stadtplan haben wir erst beim Rückflug benutzt. Wir waren fast die ganze Stunde damit beschäftigt die richtigen Sticker an die besuchten Orte zu kleben. Für das TipToi-Buch kam gar kein Bedarf auf. Aber dem werden wir uns nächste Woche widmen. Seit Oktober letzten Jahres hat unsere Tochter ein Mal in der Woche Englischunterricht im Kindergarten. Dazu berichte ich bald in einem separaten Beitrag. Sie hat viel Freude am Erlernen der Sprache und in kurzer Zeit schon Einiges gelernt.

Wir haben Glück, dass einer der netten Cousins meines Mannes in London lebt. Wir durften bei ihm wohnen – mittendrin unweit der Kings Cross Tube-Station. Ein bisschen wie im Film: Cousin Philipp kommt ursprünglich aus Berlin und verliebte sich in die französische Austauschschülerin Alice aus Paris. Nun sind sie verheiratet und leben in einem modernen Architektenhaus mitten in London (er Investmentbanker, sie Rechtsanwältin…). Leider haben wir keine Zeit mit den beiden verbringen können, da sie just an diesem Wochenende zu einer Familienfeier nach Paris mussten. Wir hatten das ganze Haus für uns allein.

Bei Ankunft am Freitag Mittag lag  Schnee. Wir waren froh, dass die Maschine überhaupt landen konnte, weil sogar ein Schneesturm vorausgesagt war. Dementsprechend hatten wir uns aber auch schön warm eingepackt mit Thermowäsche usw. Von Heathrow sind wir per London Underground, genannt Tube (älteste U-Bahn der Welt!), mit der Piccadilly Line bis Kings Cross gefahren. Dauert etwas länger als mit dem Heathrow Express, aber ist wesentlich günstiger und fürs Kind schon das erste Highlight. Zweites Highlight: mit dem schwarzen London-Taxi („sieht genau aus wie im Buch Mama“) bis zum Haus von Philipp und Alice fahren, Gepäck abladen und dann auf Nahrungssuche gehen. Wir sind bei ‚Honest Burger‘ in der Umgebung von Kings Cross gelandet, denn wir hatten großen Hunger und keine Lust noch lange im Schnee die Restaurants abzuklappern. Wir waren überrascht wie qualitativ hochwertig das Essen dort war. Sehr gutes Fleisch, super leckere, handgeschnittene Fries – ups, ich meine Chips – und toller Service. Wenn es Stifte, was zum Ausmalen und einen Mango-Saft fürs Kind umsonst gibt, sind schon mal alle glücklich. Wir fanden übrigens das kleine Booklet zur Geschichte von ‚Honest Burger‘ so gut gemacht, dass ich es geklaut und mitgenommen habe. Es gab auch vegetarische Gerichte auf dem Menü, und die Burger-Buns konnte man für 1 Pfund Aufpreis glutenfrei bestellen.

Dann war es endlich soweit und wir sind mit unserer Tochter Doppeldecker-Bus bis zum Londoner West End gefahren. Natürlich haben wir oben in der ersten Reihe gesessen und versucht trotz beschlagener Scheiben so viel wie möglich zu sehen. Am Piccadilly Circus sind wir ausgestiegen und rumgelaufen. Das war eine ganz besondere Stimmung mit den vielen Lichtern, dem Schnee und den Straßenmusikern. Genug Eindrücke waren für den ersten halben Tag gesammelt. Bei Pret A Manger haben wir uns etwas zum Abendessen gekauft und gemütlich ‚zuhause‘ gegessen.

Tag 2

Wir haben es alle genossen auszuschlafen, denn normalerweise ist der Kleine spätestens um 6 Uhr hellwach. Nach dem Frühstück haben wir uns wieder warm angezogen und sind zum südöstlichen Ende von London gefahren, um dort den Tower of London und die Tower Bridge zu besichtigen.

Unsere Tochter war von den Soldaten, die den Tower bewachen, mehr beeindruckt als von den Kronjuwelen, die es im Inneren der Ringburg zu sehen gab. Für Kinder ist auch die Geschichte mit den zahmen Raben faszinierend, um die man sich dort sehr kümmert. Sollte es nämlich einmal keine Raben mehr um den Tower geben, würde er der Legende nach fallen.
Die laut schreienden Yeoman Warders oder Beefeaters sowie verkleidete Ritter beim Stationentheater haben unsere Tochter eher abgeschreckt. Da sind wir dann schnell eingekehrt und haben auch hier im sehr ordentlichen Selbstbedienungsrestaurant des Towers gut gegessen. Alles war frisch zubereitet und sah sehr appetitlich aus. Für uns gab es klassisch Fish & Chips mit feinen Erbsen. Nach dem Mittagessen sind wir noch durch alle Räume und Türme spaziert.

Uns hätte eigentlich der schöne Blick auf die Tower Bridge gereicht, aber unser Mädchen wollte unbedingt ‚drauf‘ sein, also haben wir das auch noch gemacht. Dann war es Zeit für eine Drinnen-Aktivität zum Aufwärmen.

Ein Kollege hatte uns das London Transport Museum am Covent Garden empfohlen, das sich mit der Transportgeschichte der City beschäftigt und u.a. viele historische Fahrzeuge ausstellt, die man erkunden darf – für Kinder ab 3 absolut geeignet und wirklich toll gemacht. Am Eingang erhält jedes Kind eine Karte mit Zahlen/Stationen auf die es Loch-Stempel im ganzen Museum sammeln kann. Für sowas lassen sich die Kleinen immer begeistern, und wir konnten auch nicht gehen, bevor alle Stempel geschafft waren. Der Einritt ist für die unter 18-Jährigen frei.

 

Am Covent Garden selbst kann man sich noch lange aufhalten. Hier gibt es viele hübsche Geschäfte, Cafés und eine Markthalle. Die verschiedensten Straßenkünstler treten dort auf. Manche können nichts und bei anderen verweilt man sogar gerne und klatscht Beifall. Zum Abschluss des Tages sind wir wieder zum West End gefahren und haben unserer Tochter die meiner Meinung nach schönsten Kaufhäuser – Liberty und Selfridges – gezeigt. Ich könnte in jedem locker einen ganz Tag verbringen, aber mit müdem Kind war da nicht mehr viel Zeit zum Shoppen. Zumindest habe ich bei Liberty – dem luxuriösen Kaufhaus im Tudor-Revival-Stil – wieder meinen Vorrat an außergewöhnlich schönen Grußkarten aufgestockt. Wer sich wie ich für Visual Merchandising interessiert, kann bei Instagram meine besten Schnappschüsse von inspirierenden Warenpräsentationen ansehen.

Auf dem Rooftop von Selfridges gibt es ein sehr gutes italienisches Restaurant. Dort sind wir zum Abendessen eingekehrt. Pizza sowie Pasta waren hausgemacht und von bester Qualität. Highlight für unser Mädchen war eine Art Tunnel mit vielen, kleinen Lichtern durch den man in den Restaurant-Bereich eintritt. Wir sind da mindestens vier mal durchgetanzt – denn die Musik war dort wie in einem Club.

Tag 3

Am Sonntagmorgen sind wir in Sonne zum Buckingham Palace gefahren, um dort den berühmten Change of Guards (Wachwechsel) mitzuerleben. Der Schnee war geschmolzen, es war wesentlich wärmer und ich viel zu dick angezogen. Wenn man an der Kaserne am St James’s Park wartet, dass die Soldaten mit Musikkapelle zum Schloss marschieren, kann man bei Langeweile mit den Kindern auf einen schönen Spielplatz gehen. Dort gibt es auch einen Kiosk mit Snacks und Getränken. Mitten im Park liegt ein großer See mit zwei Inseln. Von den Brücken aus hat man eine wunderschöne Sicht auf das London Eye zur einen und den Buckingham Palace zur  anderen Seite. Der Wachwechsel ist ein großes Spektakel mit berittener Polizei sowie Polizisten auf Fahrrädern, die die Straße zum Schloss frei halten. Sehr nett haben einige der Polizisten mit unserer Tochter ‚High Five‘ gemacht und ihr zu gewunken. Mein Mann fand es irgendwie absurd, dass die Wachen bei ihrem Marsch von so viel Polizei bewacht werden, obwohl sie doch selber die Wachen sind…. hat er wie immer Recht.

Nach diesem Event sind wir bis South Kensington gefahren, um das Natural History Museum zu besuchen – eines der größten naturhistorischen Museen der Welt. Der Eintritt ist für alle frei, aber es wird um Spenden gebeten. Ich weiß noch sehr gut wie sehr mich mein erster Besuch dort beeindruckt hat. Das Gebäude an sich ist schon eine Sehenswürdigkeit. Jedes Tier kann man dort ausgestopft oder nachgebildet anschauen. So bekommt man zum Beispiel erst wirklich ein Gefühl für die Größe eines Wals, der unter der hohen Decke hängt. Unter ihm sind Elefant, Nilpferd etc. platziert, von denen man vorher dachte sie seien große Tiere. Spektakulär ist für die Kinder auch die Dinosaurier-Ausstellung mit vielen Skeletten und einem nachgebauten T-Rex, der sich wie ein echtes Tier bewegt (Erinnerung an Jurassic Park). Die Große fand das gar nicht gruselig wie ich erst befürchtet hatte. Ihre Aufnahmefähigkeit war nach dem Mittagessen im Museums-Restaurant (T-Rex Grill) nicht mehr groß. Papa musste sie auch nur noch auf den Schultern tragen. Da war nichts mehr mit selber laufen.

Bei Harrods haben wir für unsere Gastgeber frische Blumen und für die Großeltern Pistazien im Kakaomantel gekauft. Im Untergeschoss des edlen Kaufhauses steht übrigens das kitschigste Denkmal, das ich je gesehen habe: ein Princess Diana & Dodi Memorial in Form eines Brunnens mit Fotos der Verstorbenen sowie eine lebensgroßen Bronzestatue der Beiden. Für Lady Di Fans sicher ein Grund bei Harrods Halt zu machen. Ein bisschen geärgert hat mich, dass alle Schaufenster abgeklebt waren – zwei Tage später und wir hätten die aufwendig dekorierten „Peter the Rabbit“ Fenster bewundern können. Der kommende Kinofilm über den Kult-Hasen aus England wird überall groß promoted – passend zum Osterfest. Ich als VM-Fanatiker und altem Beatrix Potter Fan (der Schöpferin von Peter Hase), hätte diese Schaufenster wirklich live sehen sollen (das Kinderzimmer-Thema meiner Tochter sind Beatrix Potter Figuren). Hier gibt es noch die Zeichnungen/Entwürfe für die Dekos der Peter Rabbit Harrods Windows zu sehen.

Unser Rückflug ging am Abend ab London City Airport, den wir bequem mit der Bahn (Docklands Light Railway) erreicht haben. Für unsere Tochter war das noch mal spannend auch Overground zu fahren. Wir konnten glücklicherweise ganz vorne im ersten Abteil direkt hinter der Scheibe sitzen, so dass sie wie beim Simulator im Transport Museum das Gefühl hatte den Zug selbst zu lenken. Mit einer kleinen Dash 8 Propellermaschine ging es nach Hause. Obwohl es ganz schön laut war und ordentlich wackelte, hat unser Mädchen sich nicht beschwert und ist erst kurz vor der Landung in ihrem Sitz fest eingeschlafen. Mein Mann hat sie dann wieder getragen, und bis zum nächsten Morgen ist sie auch nicht mehr aufgewacht. Als ich sie am Montag frage, was ihr denn am besten gefallen hat in London, sagt sie „alles Mama. Alles hat mir am besten gefallen“. Natürlich durften die Kinder gleich die neuen Longsleeves mit dem Doppeldecker-Bus und Tube-Socken im Kindergarten anziehen – ein sehr schönes Souvenir aus dem London Transport Museum Shop (aus 100% Baumwolle) 😉

Fazit

Die Jahreszeit war gut gewählt, um nach London zu reisen. Die Stadt ist dann nicht so überlaufen (keine langen Schlangen an den Sehenswürdigkeiten und Museen). Bemerkenswert finde ich, dass wir das gesamte Wochenende ohne Bargeld ausgekommen sind. In Deutschland wäre das unvorstellbar. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist einfach und fair geregelt: man braucht keine Papiertickets (wie für die Metro in Paris) oder Oystercard mehr. Wenn man im Besitz einer Kreditkarte mit dem Wellenzeichen ist, kann man überall kontaktlos und schnell durch Vorhalten der Karte an einen Button bezahlen. Es gibt einen maximalen Betrag, den das System pro Tag abbucht. Man muss sich also keine Gedanken darüber machen, ob man mit einem anderen Ticket Geld hätte sparen können – super! Es ist gut sich nicht zu viel vorzunehmen, denn London ist immer eine Reise wert. Wenn wir wieder kommen, gibt es neue, spannende Highlights zu entdecken. Eventuell würde sich dann der Kauf eines London Pass lohnen, um Eintrittsgelder zu sparen.

Täume werden wahr

In meinem Beitrag zur tänzerischen Früherziehung habe ich schon am Rande erwähnt, dass ich selbst früher sehr gerne zum Ballettunterricht gegangen bin. Mein Kindertraum war es immer Primaballerina zu werden. Etwa 10 Jahre hatte ich klassischen Ballettunterricht. Meine Mutter hat mich ein Mal pro Woche in das nächste Dorf gefahren, wo ein amerikanischer Ballettmeister aus einer benachbarten Stadt in einer Turnhalle Stunden für die Dorfkinder hielt. Spiegel gab es also nicht, aber Stangen – die mussten wir zu Beginn selber aufbauen. Vielleicht habe ich deshalb heute noch Hemmungen den Spiegel richtig zu nutzen, um mich selbst zu korrigieren. Irgendwann ist es mir mit der Schule alles zu viel geworden. Die älteren Mädchen, die immer nach mir dran waren, durften mit Spitzenschuhen trainieren. Ich habe sie beneidet. Meine Eltern haben nicht gewollt, dass ich mir die Füße ruiniere. Heute bin ich dankbar, dass meine Füße noch ganz normal aussehen.

Als junge Erwachsene habe ich aber immer wieder von vorne angefangen mit dem Tanzen. Egal in welcher Stadt ich gelebt habe – Koblenz, Köln, Düsseldorf, Amsterdam – überall habe ich eine Schule gefunden, die Ballettunterricht für Erwachsene Anfänger mit Vorkenntnissen anbot. Zwar habe ich auch viele, andere Tanzarten (von Jazz, über Street bis Flamenco) ausprobiert und für eine Weile praktiziert, aber erst wenn ich die Hand an der Stange hatte und die Ballettübungen zur Klaviermusik machen konnte, war ich so richtig glücklich. Die ganze Konzentration lag dann auf meiner Körperhaltung- und Spannung. Eine Stunde lang an nichts denken. Ich kann dieses Training wirklich nur empfehlen, weil es auch der Seele gut tut. Dass ich nicht wirklich weit gekommen oder richtig gut geworden bin, hat mich nie gestört. Immerhin durfte ich als 8-jährige Mal die Hauptrolle in einer kleinen Aufführung auf einer richtigen Bühne mit Vorhang tanzen (die Puppenfee). Davon gibt es sogar noch ein altes Video (kann man eigentlich noch Videorekorder kaufen? Sonst kann ich das meiner Tochter gar nicht zeigen!)

Auch die Ballettschule bei uns um die Ecke bietet Ballett für Erwachsene an. Das ist Luxus pur. Ich kann gar nicht sagen wie sehr mich das mit Freude erfüllt hat, als ich sowohl meine Tochter als auch mich selbst angemeldet habe. Wir können sogar von zu Hause dorthin laufen. Das ist herrlich im Sommer.

Unsere Erwachsenen-Gruppe ist ein wirklich schöner, bunter Mix aus allen Altersklassen und Frauentypen. Man fühlt sich einfach wohl. Wir tanzen immer in dem kleineren Saal 3 unter dem Dach. Die Garderobe hängt voll mit Ballettfotografien, -bildern und -zeichnungen. Die Eingangstür zur Schule wird durch einen alten Spitzenschuh, der am Türgriff festgebunden ist, offen gehalten. Da bin ich wieder beim Thema… Vor etwa 4 Wochen hat unsere Ballettmeisterin in die Runde gefragt, ob jemand Interesse hätte an einer halben Stunde Training auf Spitzenschuhen am Anschluss an die normale Stunde. Sie brauche wenigstens 5 Frauen, damit der Kurs zustande kommt. Für viele von uns ging damit glaube ich ein Mädchentraum in Erfüllung. Ganz seelig und voller Vorfreude bin ich nach Hause gelaufen und habe meine Schwiegereltern davon berichtet, die netterweise auf die Kinder aufgepasst haben.

Selbstverständlich bin ich der Empfehlung meiner Lehrerin nachgekommen und habe mir den Porsche unter den Spitzenschuhen besorgt. Wenn schon, denn schon! Wahrscheinlich wird es das einzige Paar sein, das ich mir in diesem Leben gönne, also spielt der Preis mal keine Rolle. Über meinen kleinen Ausflug mit Sohnemann zu JessicaWeltDanceWear in Köln und erste Schritte auf der Spitze kannst du bald mehr lesen.

Welchen Traum hast du dir zuletzt erfüllt?

Japanisch relaxen

Heute möchte ich ein kleines, japanisches Café/Bar/Restaurant auf der Immermannstraße 38 in Düsseldorf empfehlen: Relax . Hier habe ich ein paar ruhige Momente und gutes Essen während meiner Fortbildungspausen genossen (das IHK Forum ist fast um die Ecke). Im Gegensatz zu anderen japanischen Restaurants in dieser Straße, ist es hier nicht so voll. Im  Hintergrund läuft immer dezent Jazz Musik. Vielleicht sind die Preise für das Essen etwas höher als bei der Konkurrenz – anders kann ich mir nicht erklären, warum es dort nicht voller ist. Die Portionen sind nicht besonders groß, aber für mich genau richtig und sehr lecker. Unter der Woche gibt es besondere Angebote zum Mittagessen, wie z.B. eine Miso Suppe sowie Reis mit fritierten Garnelen, Kroketten und kleinem Salat für 9,80 Euro – ein Dessert war auch noch inklusive: ein so luftig gebackener Matcha-Kuchen mit einem Klecks Creme Fraiche, dass ich am liebsten noch ein Stück bestellt hätte. Überhaupt sind mir die sehr ausgefallenen Desserts und süßen Toasts auf der Karte aufgefallen. Wer Süßes liebt, sollte hier auf jeden Fall mal etwas ausprobieren.

Während dem Essen blättere ich durch das ‚INDüsseldorf‘ Magazin und sehe zwei Veranstaltungen, die ich sehr gerne besuchen würde: ein David Bowie Musical (Lazarus) in deutscher Erstaufführung im Schauspielhaus und Ballett Revolución im Capitol Theater (Spitzentanz trifft auf Street Dance aus Kuba). Das klingt alles super.

Leider passen die Termine nicht in unseren Familien-Kalender. Ich versuche noch Karten für die Generalprobe von Lazarus zu bekommen, aber auch die sind schon lange ausverkauft. Dafür gehen mein Mann und ich an dem kinderfreien Freitag mal wieder ins Kino und schauen uns ‚The darkest hour‘ an. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil meiner Fortbildung, wenn ich hier zur Mittagspause wieder ein Stündchen japanisch relaxen kann.

Wie verbringst du deine Mittagspause?

Ballett für beide

Letzten Sommer (2017) haben wir unsere Tochter zur tänzerischen Früherziehung angemeldet. Für Sportlichkeit, Körper- und Rhythmusgefühl soll das ja die beste Vorbereitung sein. Als sie 3 Jahre alt war, haben wir es schon mal probiert, aber das Interesse war noch nicht wirklich da (obwohl sie so gerne zuhause im Wohnzimmer getanzt hat). Also haben wir uns noch ein Jahr Zeit gelassen. Wir sind hier in der Luxus-Situation, dass wir zwischen 3 Schulen in unserem Ort wählen konnten: eine klassische Ballettschule, die nach der russischen Methode unterrichtet (alle Kinder müssen gleiche Trikots tragen, Haare zum Dutt, klassische Musik u.s.w.), eine ganz normale, nette Tanzschule, die neben den Standardtänzen für Erwachsene auch Kindertanz anbietet (ein bisschen wir Kinderdisco im Robinson Club) sowie eine Schule für kreativen Tanz und Bewegung (die Kinder können anziehen was sie möchten, abwechslungsreiche Musik, zwei junge Lehrerinnen bringen spielerisch die Bewegungen bei).

Überall haben wir geschnuppert und eigentlich hat uns alles auf seine Weise gut gefallen. Wäre es nach meiner Tochter gegangen, hätte sie sich für die Tanzschule mit der Discokugel entschieden (auch weil da ihre Zwillingsjungs-Freunde aus der Krabbelgruppe von früher und jetzt vom Turnen mitgemacht haben). Die Kurszeit hätte sich aber mit ihrer Turnstunde überschnitten (und die geht ihr über alles!), also hatte ich einen guten Grund sie von der Ballettschule um die Ecke zu überzeugen. Ich finde es gut, dass die Kinder dort Zugang zur klassischen Musik bekommen und ‚Uniform‘ schadet nicht. Die Mama ist nämlich früher auch sehr gerne zum Ballett gegangen… aber darüber kannst du in diesem anderen Beitrag lesen.

Es hat zunächst viel Überredungskunst gekostet, dass es toll ist ein rosa Trikot, Strumpfhosen und Schläppchen zu tragen. Meine Tochter ist nämlich überhaupt nicht das typische Mädchen, das Pink, Glitzer und Kleidchen liebt. Im Gegenteil. Sie zieht am liebsten Jeans oder kurze Hosen an. Bunt soll alles sein. Strumpfhosen sind ein Kraus – viel zu eng. Die Haare müssen am besten offen sein und ums Gesicht fliegen. Eine Frisur hält maximal 15 Minuten, dann sind Spängchen und Haargummis wieder raus – „das stört mich“, sagt sie. Wir machen ein Happening draus und fahren Samstags in den Ballettladen in der Stadt. Meine Tochter darf sich die Sachen selbst aussuchen und anprobieren. Bei der Anprobe zweifle ich aber schon, ob das so gut geht und sie dann wirklich die Sachen anziehen möchte, wenn es mit dem Unterricht los geht. Statt Strumpfhosen haben wir Leggings gekauft. Das war ein guter Kompromiss. Ich habe es geschafft noch eine Kindergartenfreundin aus dem gleichen Ort für die tänzerische Früherziehung zu akquirieren, so dass die beiden Mädchen ohne große Probleme ohne die Mamas im Ballettsaal geblieben sind. Mittlerweile hat meine Große auch keine Probleme mehr damit, wenn die Freundin nicht dabei ist. Die Anderen in der Gruppe sind auch nett.

Während ich ein Mal in der Woche Nachmittags mit dem Kleinen in der Ballettschule auf seine Schwester warte, kann er im Bällebad toben oder den anderen, größeren Mädchen dabei zu sehen wie sie sich aufwärmen und ihre Haare zu Knoten binden. Ich frage mich schon, ob er auch mal Interesse am Tanzen haben wird, wenn er jetzt schon so viel Ballettschulen-Luft schnuppert. Bis jetzt habe ich noch keinen Jungen in keiner der Klassen gesehen. Schade eigentlich. Meiner Tochter ist das auch schon aufgefallen, und sie findet das richtig komisch. Ich erkläre ihr, dass es an unserem Land liegt. In Deutschland ist es eben nicht üblich, dass Jungs tanzen. Schon gar nicht Ballett. In anderen Ländern sieht das ganz anders aus. Ich freue mich schon, wenn ich ihr mal das Musical ‚Billy Elliot’ zeigen kann.

Lustigerweise haben meine Tochter und ich die gleiche Ballettmeisterin (ja – auch ich habe mich endlich wieder angemeldet), die ihre Sache richtig gut macht. Ich finde das so so so so schön. Wie ihre Karriere wohl ausgesehen hat, frage ich mich manchmal während des Unterrichts am Abend. Sie sieht noch so jung aus. In einem kurzen Gespräch erfahre ich, dass sie schon Anfang 40 ist und zwei große Kinder hat (ich glaube 17 und 20 Jahre) – wow! Es hätte auch viele Vorteile die Kinder früh zu bekommen, meint sie. Manchmal ist ihr Akku vom Ipad, über den sie die Musik abspielt, fast am Ende. Dann kommt sie ein bisschen ins Schwitzen und erzählt, dass ihre Tochter oft das Kabel klaut, um auf dem iPad Serien oder Filme zu schauen. Unsere Ballettlehrerin fährt einen cremefarbene Mini Cooper (wenn meine Kinder mal groß sind, möchte ich auch genau dieses Auto fahren). Am Rückspiegel hängt die Miniatur von einem Spitzenschuh. So einen hat meine Tochter auch von ihrer Oma bekommen und der unterschiedet jetzt den Tanz- vom Turnbeutel.

Tanzen deine Kinder auch in einer Schule oder einfach zuhause im Wohnzimmer?

Tulpenfieber Open Air

Mein Mann und ich haben das Drama ‚Tulpenfieber‘ letzten Sommer im Open Air Kino in Düsseldorf gesehen (seit 2017 „Alltours-Kino“, davor auch „Commerz Real Cinema“ oder „Frankenheim Open Air Kino“). Es war unser erster Ausgang ganz ohne Kinder seit der Kleine auf der Welt war (also seit Oktober 2016!). Ein großer Moment. Der Abend sollte etwas besonderes werden. Ich hatte die Karten für die Vorpremiere von Tulpenfieber etwa zwei Wochen vorher gebucht in der Hoffnung auf gutes Wetter. Da ich Historienfilme liebe, mein Mann und ich Tulpen und Amsterdam lieben, ich die Hauptdarstellerin Alicia Vikander unheimlich gerne sehe, erschien mir der Film perfekt. Natürlich war dann für diesen Tag richtig schlechtes Wetter mit Regen am Abend gemeldet. Trotzdem sind wir zum Rheinufer gefahren und wollten uns vom Wetter nicht die Aktion ruinieren lassen. Wir sind ja nicht aus Zucker. Und wie von Zauberhand kam auf einmal die Sonne durch, schob die grauen Wolken weg und ließ uns einen spektakulären Sonnenuntergang genießen. Es blieb den ganzen Abend trocken.

Wir waren das erste Mal im Open Air Kino und positiv überrascht: alles war sehr gut organisiert und das Publikum ordentlich. Sobald man eingetreten ist, bekommt man ein Schild mit Gummiband, so dass man sich Plätze reservieren und noch etwas Essen oder Trinken gehen kann. Große Enttäuschung für mich allerdings: es gab kein Popcorn. Kino ohne Popcorn? Habe ich nicht verstanden. Wo es doch sonst dort alles zu kaufen gab. Nächstes Mal würde ich mir eine Tüte in die Handtasche schmuggeln. Übrigens: die Saison für das Open Air Kino Düsseldorf 2018 ist vom 19. Juli bis zum 19. August.

Nun zu dem Film, der auf dem gleichnamigen Buch von Deborah Moggach basiert (die übrigens auch das Drehbuch zu Stolz und Vorurteil von 2005 geschrieben hat und selbst in Tulpenfieber als pfeiferauchende und biertrinkende Frau kurz auftritt):
Die Handlung findet in Amsterdam im Goldenen Zeitalter (niederländisch de Gouden Eeuw) statt – eine rund einhundert Jahre andauernde wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit in den Nierderlanden, die ungefähr das 17. Jahrhundert ausfüllt und in der Kunstgeschichte ohne Beispiel ist.

Kleiner geschichtlicher Exkurs am Rande: auf dem Höhepunkt des Goldenen Zeitalters um 1650 arbeiteten in den Niederlanden circa 700 Maler, die jährlich etwa 70.000 Gemälde fertigstellten. Ein solcher Gemäldeausstoß ist in der gesamten Kunstgeschichte beispiellos, weder in der italienischen Renaissance noch in Frankreich zur Zeit des Impressionismus hat es so etwas gegeben. Insgesamt produzierten die niederländischen Maler mehrere Millionen Gemälde, weshalb man heute in nahezu jedem Museum für alte Kunst niederländische Gemälde antreffen kann.¹

Tulpen waren seit ihrer Einführung in die Niederlande in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Liebhaberobjekt. Sie wurden in den Gärten der sozial gehobenen Schichten des gebildeten Bürgertums, der Gelehrten und der Aristokratie kultiviert. Zu den auf Tauschhandel gegründeten Beziehungen dieser Liebhaber kam zum Ende des 16. Jahrhunderts der kommerzielle Handel mit Tulpen hinzu. In den 1630er Jahren stiegen die Preise für Tulpenzwiebeln auf ein vergleichsweise extrem hohes Niveau, bevor der Markt zu Beginn des Februars 1637 abrupt einbrach. Zeitweise war eine einzige Tulpenzwiebel mehr wert als ein ganzes Haus in der Innenstadt von Amsterdam. Die Tulpenmanie wird als die erste relativ gut dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte angesehen.²

Vor dieser Kulisse wird nun die Geschichte von der schönen Kaufmannsgattin Sophia (Alicia Vikander) und des Malers Jan (Dane DeHaan) erzählt, die nach langem Widerstand von Sophias Seite eine Affäre beginnen. Zusammen mit Sophias Magd Maria schmieden die Liebenden einen ziemlich gefährlichen und vermessenen Plan, um die Stadt verlassen zu können. Sie setzen alles auf eine Karte, rechnen jedoch nicht mit dem Undenkbaren: dass der Tulpenmarkt eines Tages zusammenbricht. Wirklich Mitleid hatte ich am Ende mit Sophias Gatten, dem Tulpenhändler Cornelis Sandvoort (gespielt von Christoph Waltz). Judi Dench spielt eine Äbtissin, und auch das Supermodel Cara Delivigne hat einen kurzen Gastauftritt als Hure. Mehr möchte ich nicht über die Handlung verraten, falls du dir den Film anschauen möchtest.

Die Bilder, Kostüme und Musik fand ich wunderschön. Allerdings haben mich persönlich die komischen Momente in der Handlung sehr gestört. Stattdessen hätte ich mir noch mehr Dramatik und Einblick in die Geschichte des Tulpenhandels gewünscht. Maler Jan war meiner Meinung nach nicht optimal besetzt, bzw. erschien er mir nicht ganz glaubwürdig in seiner Rolle. Und wieder einmal war ich mir sicher, dass der Film im Originalton drei mal besser gewesen wäre. Deswegen zum Schluss der Trailer für dich im O-Ton.

Übrigens lieben wir ganz besonders weiße Papageientulpen – hast du eine Lieblingssorte?

¹Quelle: Seite „Goldenes Zeitalter (Niederlande)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Februar 2018, 09:47 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Goldenes_Zeitalter_(Niederlande)&oldid=173780604 (Abgerufen: 13. Februar 2018, 11:52 UTC)

²Quelle: Seite „Tulpenmanie“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 25. Oktober 2017, 17:18 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Tulpenmanie&oldid=170320528 (Abgerufen: 13. Februar 2018, 11:57 UTC)

Eine neue Familienzeitschrift

Eine neue Familienzeitschrift: die Süddeutsche Zeitung Familie

Manchmal nehme ich mir die Zeit und schaue beim Einkaufen noch kurz über das Zeitschriftenregal. Vielleicht springt mir etwas ins Auge, das interessant ist. So bin ich auf das neue Familienmagazin der Süddeutschen Zeitung gestoßen – der große Smiley auf dem Cover und das ‚2 in 1!‘ auf dem Einband haben bei mir sofort gezogen. Auch der Untertitel ‚Wie man Kindern beibringt, sich um die Welt zu kümmern‘ fand ich spannend. Ich legte das Heft in den Einkaufswagen. Ich muss dazu sagen, dass wir nicht regelmäßig Zeitschriften kaufen. Meistens kommt man nämlich doch nicht dazu sie zu lesen, und dann häuft sich das Papier und das schlechte Gewissen an.

Tatsächlich habe ich beide Teile des Magazins komplett durchgelesen (noch bevor ich die Absicht hatte darüber in einem Blog zu schreiben!). Zieht man also den Umschlag am Rücken ab, hat man zwei separate Hefte – eins für die Eltern, eins für die Kinder (sehr löblich: es ist werbefrei). Allein das Auseinanderziehen fand meine Tochter schon toll, und dass sie ihr eigenes Heft bekommt noch toller. ‚Mein Heft ist dein Heft‘ steht noch klein auf dem Cover. Das Konzept dahinter ist, dass sich einige Artikel aus Eltern- und Kinderheft mit dem gleichen Thema beschäftigen. So wird z.B. eine Familie von den Philippinen vorgestellt. Im Elternteil gibt es ein Interview mit Mutter und Vater, im Kinderteil erzählt die Tochter über Schule, Hobbies und ihr Leben. Ich finde, dass ist eine schöne Idee. Der Kinderteil eignet sich für Kinder von 4 bis 11 Jahren. Den Eltern wird es leicht gemacht das Magazin mit den Kindern zu lesen: jede Seite ist mit einem Punkt gekennzeichnet. Blaue Punkte bedeuten, dass auch Vorschulkinder mit dem Artikel etwas anfangen können. Der rote Punkt funktioniert gut ab dem Erstlesealter während man für den schwarzen Punkt schon 8 Jahre alt sein sollte.

Absolutes Highlight dieser Ausgabe waren die bunten Aufkleber, mit denen man Luftballons lustiges Gesicht verleihen konnte. Welches Kind liebt nicht Luftballons und Aufkleber? Also sehr passende Aktion zu Karneval. Meine Tochter wird gerne kreativ und hat aus ihren Kinderzimmer-Möbeln eine ‚Luftballon-Sortier-Station‘ gebaut, in der die Ballons eingeklemmt sind und man die Gesichter gut sehen kann. Auf welche Ideen Kinder manchmal kommen – herrlich. Zweites Highlight war der Malwettbewerb. Ein eigenes Wappen mit gewissen Vorgaben sollte gestaltet werden: vier Felder, die mit einem Muster in Lieblingsfarben, dem Bild vom eigenen oder Traumhaus, einem Spielzeug und einer Sache, die die ganze Familie mag gefüllt werden mussten. Der Gewinner bekommt sein persönliches Wappen fürs Kinderzimmer aus Holz mit der eigenen Gestaltung aufgedruckt. Meine Große war Feuer und Flamme für diese Aktion. Leider haben wir ihr Wappen schon eingeschickt und ich habe kein Foto, nur eine schlechte Kopie davon gemacht. Dann gab es noch witzige ‚Weg-Schau-Brillen‘ zum Basteln, die man zum nächsten Zoobesuch mitnehmen kann. Wir haben gelernt, dass man Gorillas nicht direkt anstarren und in die Augen schauen darf. Das löst Stress bei den Tieren aus, weil es als Ansage zum Kampf von ihnen verstanden wird. Habe ich nicht gewusst. Außerdem gab es einen schönen Artikel über den Nebelbogen (auch hier habe ich dazugelernt), Wimmelbilder, ein Zahlen-Verbinden-Spiel und mehr. Super fand ich auch die Vorlesegeschichte mit eingebunden Bildern, so dass auch Nichtleser aufmerksam mitlesen können. Das Kinderheft hat uns einige Stunden sinnvoll beschäftigt und Spaß gemacht. Meine Tochter freut sich schon auf die nächste Ausgabe, die Ende Februar kommt. Wenn man alle Magazine eines Jahres sammelt, bilden die Heftrücken ein ‚Rückenmonster‘.

Nun zum Elternteil: sympathisch ist, dass auf der ersten Seite das 12-köpfige Süddeutsche Zeitung-Familien-Team vorgestellt wird, das das Heft gestaltet – alles Mamas und Papas, die zusammen mehr als 40 Kinder haben. Das ist doch mal was. Die müssen Ahnung haben. Dann geht es weiter mit einer Umfrage ‚welches ist das beste Alter im Leben‘. Dazu werden irgendwelche Leute aus allen Altersgruppen befragt. Klasse fand ich die Antwort von Astrid Kaminski (40): „Was mich antreibt, ist das wahrscheinlich unrealistische Gefühl, dass die beste Zeit noch kommt: weniger Stress, weniger Anspruch, weniger schlechte Politik, ein Tiny House und ein großer Baum…“. Nicht so interessant fand ich den Artikel zu einer Statistik über Januarkinder. Umso mehr hat mich das Interview mit der Autorin Juli Zeh zum Titelthema beeindruckt. Ich muss dabei gestehen, dass mir Juli Zeh bisher kein Begriff war, obwohl sie angeblich die heute bekannteste deutsche Schriftstellerin ihrer Generation (geb. 1974) ist. Ihre Einstellung zum Thema Disziplinierung von Kindern und wie man die eigene Haltung seinen Kindern besser vorleben als erklären kann, hat mich inspiriert. In ihrem Interview geht es auch um antrainierte Versagensängste, die schon zu Reflexen geworden sind und gegen die man sich als Eltern unbedingt wappnen sollte. So sagt sie z.B. dass der Reflex, auf keinen Fall Fehler machen zu wollen, alles absichern zu wollen, für alles vorsorgen zu wollen, aus einer Fremdbestimmung her resultiert. „Wenn man merkt, diese Panik wallt in einem auf -Stecker ziehen und sagen: Komm runter, du bist nur ein Mensch. Du hast nichts unter Kontrolle, und morgen kann alles schon wieder ganz anders aussehen.“ Ich habe mich absolut wiedergefunden in vielen ihrer Zeilen. Ständig mache ich mir z.B.Gedanken, ob wir das richtig entschieden haben mit dem privaten Kindergarten im anderen Dorf und ob das Auswirkungen haben wird auf die Situation in der Grundschule, der Freundeskreis u.s.w.

Ergänzend zu dem Interview mit Juli Zeh gibt es noch eine Seite mit wirklich guten Tipps aus der Redaktion für ein gutes Miteinander – vom Ich zum Wir. Denn das liegt der Autorin auch am Herzen, dass die Eltern verlernen ihren Kindern zu vermitteln sich für die Gemeinschaft der Menschen und die Probleme der Welt zu engagieren. Vor lauter Streben nach Optimierung der eigenen Familiensituation und dem ganz verinnerlichten Leistungsdenken, entwickelt sich unbeabsichtigt bei den Eltern eine gewisse Egozentrik – „was macht das langfristig mit unseren Kindern“ fragt Juli Zeh vollkommen zu Recht?

Es gibt in dem Elternmagazin aber auch leichte, erheiternde Artikel z.B. zum Einhorn-Wahn, zur Sache mit den WhatsApp-Gruppen (da habe ich richtig schmunzeln müssen) oder eine kurze Vorstellung von ’40 Müttern, die wir lieben‘. Auch der sehr ehrlicher Beitrag zum Alltag einer Patchwork-Familie hat mir gut gefallen. Alles in allem bietet die Zeitschrift meiner Meinung nach eine gelungene Mischung an Lesestoff und ist ihr Geld wert (7,90 Euro). Ich dachte, dass sich vielleicht eher Mütter von den Inhalten angesprochen fühlen als Väter und mein Mann bestimmt zu der ‚richtigen‘ Süddeutschen Zeitung greifen würde, wenn er die Wahl hätte. Das hat er mir nicht bestätigt! Auch er fand viele Beiträge interessant und lesenswert.

Welche Familienzeitschrift hat dich schon mal begeistert?

 

Purer Blumengenuss

Purer Blumengenuss

Wenn mein Mann Samstags zu seinem Friseur geht, bringt er manchmal frische Blumen mit. Nicht vom Markt wie man denken könnte, sondern von dem Lieblings-Blumenladen, der u.a. auch meine Brautsträuße traumhaft schön gestaltet hat.

Dieses Mal gab es einen kleinen, runden Strauss ganz in Weiß gehalten für unsere mittlere KPM Fidibus Vase. Außerdem noch einen Bund weiße Papageientulpen, die wir besonders elegant in der KPM Vase HERZFORM finden.

 

 

Hier ein kleiner, interessanter Exkurs zur Klassifizierung von Tulpen und eine Verlinkung zu meinem Beitrag über den Kinofilm ‚Tulpenfieber‘ vom Sommer 2017.

In der Hochzeit der Tulpenzucht zum Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Tulpensorten ständig zu. Gleichzeitig wurden viele Tulpen unter verschiedenen Namen angeboten. Manche Sorten sollen unter bis zu sechs Bezeichnungen bekannt gewesen sein. Die Tulpen wurden Mitte des 16. Jahrhunderts nach ihrer Blütezeit in drei Gruppen unterteilt. Frühe Tulpen blühen Mitte bis Ende April, mittelfrühe blühen Ende April bis Anfang Mai und späte Sorten blühen im Mai. Da die Tulpenblüte abhängig vom Klima ist, ist für diese Einteilung der Blütezeitpunkt auf Vergleichsflächen im Themsetal ausschlaggebend.

Heute gibt es etwa 4200 verschiedene Tulpensorten. Sie werden in 15 Klassen unterteilt. Dabei findet die Klasse der Rembrandt-Tulpen heute kaum noch Beachtung. Sie ist die einzige, bei der die Zuordnung nach dem Muster der Blüten erfolgt. Geflammte Tulpen findet man heute aber in allen Tulpenklassen.

Unsere Lieblingstulpen – die Papageientulpen (‚Estella Rijnveld’) gehören demnach zur Gruppe der ‚Späten Tulpen’, Klasse 10. Sie haben Blütenblätter, die am Rand eingeschnitten und in sich gebogen sind. Die Blüten sind meistens mehrfarbig und wirken wie die bunten Flügel von flatternden Vögeln. Die Pflanzen werden zwischen 35 und 60 cm hoch. Sie wirken in größeren Gruppen besonders gut. ‚Estella Rijnveld‘ und ‚Rococo‘ gehören zu den ältesten Tulpen, die heute noch regelmäßig im Handel angeboten werden.¹

An diesen Papageientulpen können wir uns gar nicht satt sehen. Jeden Tag verändert sich dieses schöne Bild und man wundert sich, dass die in alle Richtungen gebogenen Stiele nicht abknicken.

Welche Blumen liebst du ganz besonders und warum?

¹(Quelle: http://www.blumenzwiebel-welt.de/klassifizierung-der-tulpen/)

Zucker-Clowns für Karneval

Für alle Kinder ist es ein riesen Highlight: die Karnevalsparty am Schwerdonnerstag in der Kita. Am schwarzen Brett wird eine Liste mit allen möglichen Snacks und Speisen ausgehängt, für die sich die Eltern eintragen sollen. Dieses Büfett möchte ich mal sehen, wenn es fertig ist (leider keine Chance gehabt). Ich schreibe unseren Namen zu den Mini-Frikadellen, dem trockenen Kuchen und Gummibärchen. Das erscheint mir fair: eine Sache backen, eine Sache kochen/braten, eine Sache kaufen.

Dann ist der Mittwoch vor Altweiber gekommen und ich habe irgendwie gar keine Zeit. In so einem Fall ist es meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung auf eine sichere Backmischung vom „Doktor“ zurückzugreifen. Kleine Gummibärchen-Tüten sind noch vom Kindergeburtstag übrig. Die Frikadellen mache ich dann aber ‚richtig‘ selbst. Beim schnellen Einkauf finde ich in der Backabteilung noch bunter Zucker-Clowns, die ich wunderbar zum Verzieren der Mini-Kuchen benutzen kann: rein stecken – fertig.

Die Dose mit den Gummibärchen sieht doch etwas leer aus. Gut, dass wir auch noch die übrig gebliebenen Mini-Smarties von der Geburtstagsparty im November zum Auffüllen nutzen können. Hauptsache Kamelle. In meinem Küchenschrank finde ich zu meinem Glück noch Fähnchen, die unsere Frikadellen bunter aussehen lassen. Meine Tochter ist stolz auf das, was ich da so fix gezaubert habe und sagt mir am nächsten Nachmittag „es ist nix übrig geblieben Mama. Alles aufgegessen.“ 🙂

Wann hast du zuletzt eine Backmischung benutzt und für welchen Anlass?

Limango zum Einschlafen?

Es ist 21:45 Uhr – die Kinder schlafen, keine To Do’s mehr für heute. Toll!
Ich kann richtig früh ins Bett gehen und schaffe es vielleicht mein Buch auszulesen. Dann könnte ich endlich mit dem Neuen anfangen.

Mein Mann hat seine Kopfhörer vom Silent Piano zur Seite gelegt und ist auch auf dem Weg. So liegen wir dann 15 Minuten später gemütlich unter den frisch bezogenen Decken – jeder mit seinem Handy in der Hand.
„Wolltest du nicht lesen?“ höre ich. „Ja, gleich. Ich schaue noch schnell nach Kinderschuhen fürs Frühjahr. Bei Limango hat eine neue Aktion gestartet und noch sind die Größen vorhanden. Morgen sind sie weg.“ Außerdem meine ich, dass mich das abendliche Shopping im Bett entspannt und vom Gedankenkreisen ablenkt. Ich fülle den Warenkorb des Online Outlet Shops mit 3 Paar Kinderschuhen. Hab ich ein Glück – meine Lieblings-Modelle sind noch genau ein Mal in unserer Größe vorhanden (ob das immer so stimmt…?).

Wenn ich schon dabei bin, schaue ich mir schnell noch die anderen Aktionen an. Die Bestellung und Versandkosten sollen sich schließlich lohnen. Ich stöbere mich durch Dekoartikel, Klamotten und Dinge, die wir eigentlich überhaupt nicht brauchen. Es macht mir aber grade Spaß, und ich kann die Positionen im Warenkorb am Ende ja wieder löschen oder die Sachen zurück schicken, wenn sie mich nicht überzeugen.

Mein Mann hat das Handy schon längst zur Seite gelegt und ist eingeschlafen. Er schaut sich gerne die Late Show mit Stephen Colbert auf Youtube an oder liest freie Spiegel Online Artikel (ich sollte das auch besser tun). Plötzlich fällt mir mein Gerät aus der Hand. Da sind mir wohl die Augen zugefallen. Habe ich die Bestellung eigentlich schon abgeschlossen? Es ist mir egal. Es ist 23 Uhr. Ich bin zu müde. Licht aus. Hätte ich doch besser mein Buch ausgelesen…

Am nächsten Morgen ist der Warenkorb leer und ich bin etwas zerknirscht, weil mir das Angebot entgangen ist. Auf der anderen Seite bin ich froh, dass ich den ganzen anderen Quatsch nicht bestellt habe. Wahrscheinlich ist es auch besser, wenn ich mit meiner Tochter erst noch mal ins Schuhgeschäft gehe und die Füße richtig ausmessen lasse. Der eine Fuß ist nämlich immer ein bisschen größer als der andere. Mein Sohn kann noch gar nicht laufen, obwohl er fast 18 Monate alt ist. Wer weiß wie lange er sich noch Zeit lässt und bis dahin reichen erst mal noch die Krabbelschuhe. Also, alles gut.

Geht dir das auch manchmal so?
Schafftst du es ohne Handy schlafen zu gehen?