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Mama-Papa-Zeit: ein Abend im Schauspielhaus

Mama-Papa-Zeit: ein Abend im Schauspielhaus Düsseldorf

Meine Schwiegereltern – wieder im Einsatz

Letztes Wochenende durften wir schon wieder etwas Mama-Papa-Zeit genießen. Die Kinder haben von Freitag auf Samstag bei den Großeltern übernachtet. Da wir erst im Februar die Kinder für ein ganzes Wochenende bei meinen Schwiegereltern in Obhut gegeben hatten, um einen Kurztrip nach Paris zu machen, hätte ich mich nicht getraut vier Wochen später schon wieder anzufragen. Aber da die Kinder Freitags ohnehin bei Großmama und Großvater sind, hat meine Schwiegermutter es netterweise von sich aus vorgeschlagen. Übernachten wäre doch sowieso einfacher, weil die Kinder sonst immer im Auto einschlafen auf dem Weg von Krefeld nach Düsseldorf. Unsere Kinder haben sich sehr gefreut – Großmami richtet immer alles so gemütlich her – und wir auch.

Vorbereitungen für die Date Night – mit meinem Mann

Ich möchte immer möglichst viel herausholen aus der kostbaren Zeit, wenn sich so eine Gelegenheit bietet. Also war ich am Freitagmorgen erst Mal beim Friseur meines Vertrauens. Seit 2012 bin ich treue Aveda Kundin und absolut begeistert von den Produkten. Das letzte Mal war ich vor Weihnachten beim Friseur. Der Ansatz war also ordentlich. Trotzdem immer noch nicht schlimm, weil die Strähnchen einfach so gut gemacht sind (mit drei verschieden Farbtönen). Es kostet zwar auch immer um die 120 Euro, aber dafür habe ich lange Ruhe und die Haare werden nicht angegriffen. Wenn du wissen möchtest welche Aveda Produkte ich nun schon seit vielen Jahren benutze, dann schau dir das in diesem Beitrag gerne an. Anschließend war ich noch shoppen, obwohl ich wirklich keine Klamotten mehr brauche, aber es hat so gut getan (und 20% VIP Rabatt bei Esprit hat sich doch gelohnt ;-).

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich ganz spontan an einer Benefit Brow Bar bei Douglas. Dort hab ich mir die Augenbrauen schön machen lassen. d.h. alle Härchen weg, die weg sollen, färben und schminken. Ich bin blond und habe immer ein Thema mit meinen Augenbrauen. Mehr zu diesem kleinen Erlebnis und der Frage Microblading – ja oder nein – kannst du hier lesen.

Das Schauspielhaus – neue Location

Es war wirklich Glück, dass ich noch die letzten beiden Restkarten (in Reihe 4!) für eine Aufführung im Schauspielhaus (kleine Bühne) bekommen habe. Wir wohnen nun schon seit vielen Jahren im Raum Düsseldorf und haben es trotzdem noch nie ins Schauspielhaus geschafft. Ballett oder Tanz im Allgemeinen, Konzerte, Musical und Oper haben uns immer mehr interessiert als Schauspiel, obwohl ich mit viel Theater aufgewachsen bin.

Die Stückbeschreibung für den Freitagabend klang perfekt für den Einstieg: ‚Willkommen‘ war der Titel, Aufführung auf der kleine Bühne im Central, Komödie, Dauer 1 Stunde 15 Minuten ohne Pause. Im Anschluss Publikumsgespräch. Regie Sönke Wortmann – den Namen kennt man aus dem Fernsehen. Meinem Mann ist später eingefallen, dass von ihm der Bewegte Mann und das Superweib war.

 

 

 

 

Das eigentliche Schauspielhaus am Gustaf Gründgens Platz wird derzeit renoviert und ist nur ausnahmsweise für zwei Inszenierungen geöffnet. Eine davon ist das David Bowie Musical ‚Lazarus‘, das ich eigentlich gerne gesehen hätte. Die Karten waren leider schon im Februar für alle Termine ausverkauft. Die Ausweich-Lokalität für das Schauspielhaus-Ensemble ist das ‚Central‘ am Hauptbahnhof – eine altes Postverteilzentrum, das zum Kreativ-Quartier umfunktioniert wurde. Der Aufgang über eine von Taubenkot übersäte Treppe und Brücke aus Metall ist nicht wirklich einladend (Achtung! Bloß keine Stilettos oder Pfennigabsätze, sonst droht Hängenbleiben und Absturz). Die Räume sind zweckmäßig und einigermaßen nett gestaltet. Aber darum geht es ja nicht in erster Linie. Auf das Stück und die Schauspieler kommt es an.

Das Theaterstück – nah am echten Leben und wirklich witzig

Ungewöhnlich und unterhaltsam ist der Einstieg in die Welt der Wohngemeinschaft, um die es in dem Stück geht. Noch während sich die Zuschauer auf ihren Plätzen einfinden ist nämlich auf der Bühne schon richtig viel los.

Wir befinden uns in einem Loft mit Aufzug. Auf dem großen Esstisch stehen die leeren Töpfe und Teller. Es gab offensichtlich Spagetti Bolognese, und es hatte noch niemand Lust abzuräumen. Zwei Männer spielen im Wohnzimmer Tischtennis, zwei Frauen sitzen entspannt in der Hängematte und unterhalten sich, eine andere Frau sitzt im Schaukelsessel und spielt mit ihrem Handy, ein weiterer Mann öffnet eine Flasche Wein und werkelt in der halboffenen Küche. Alle sind so Anfang oder Ende 30. Pünktlich um 20 Uhr beginnt dann die richtige Aufführung.

Ein typischer Lehrer – Benny – verkündet seinen Mitbewohnern, dass er für ein Jahr als Dozent nach New York geht und deshalb sein Zimmer Flüchtlingen zur Verfügung stellen möchte. Er erzählt von seinem Besuch in einem Flüchtlingsheim, der ihn nachhaltig beeindruckt hat. Seine Idee muss natürlich in der Runde abgestimmt werden. Die Hauptmieterin Sophie (genannt Fienchen) – eine hypersensible, mitfühlende Fotografin ohne Erfolg – sieht darin die Chance auf ein neues Projekt mit dem sie gleichzeitig Gutes tun kann. Ganz eindeutig gegen die Idee der Flüchtlings-Aufnahme ist Doro – eine alleinerziehende Mutter und die Älteste in der WG. Mit arabischen Männern hat sie Probleme und kann auf keinen Fall mit ihnen unter einem Dach wohnen.  Der Banker in Probezeit – Jonas – äußert auch vorsichtig seine Bedenken, weil er um seinen dringend benötigten Schlaf fürchtet. Ein älteres Ehepaar könnte er sich noch vorstellen, aber keine Familie. Die junge Sozialpädogik-Studentin Anna hält sich erst ganz zurück bis sie mit ihrer eigenen Neuigkeit rausplatzt. Sie hätte gerne das Zimmer für ihren neuen, türkischen Freund Achmed, von dem sie ein Kind erwartet.

So nimmt das Gespräch seinen Lauf, bei dem man einiges über die allesamt sympathischen WG-Bewohner erfährt. Jonas hat z.B. schon mal eine Nacht mit Anna verbracht. Fienchen und Benny waren mal ein Paar, bis sie ihren Kinderwunsch äußerte und er homosexuell wurde. Richtig amüsant wird es als Achmed dann zu Besuch kommt und die Mitbewohner nach dessen Auftritt entscheiden sollen, ob er oder die Flüchtlinge das Zimmer bekommen. Was ist jeder wirklich bereit aufzugeben? Ein Highlight am Ende ist das Gespräch zwischen Sophie und ihrem Vater via Skype. Er bezahlt nämlich die Wohnung und möchte, dass seine Tochter endlich erwachsen wird.

Mehr verrate ich nicht, falls der ein oder andere Lust bekommen hat sich das Stück anzusehen. Es ist wie gesagt sehr kurzweilig, und ich fand es fast schade als es um 21:15 Uhr schon zu Ende war. Die Charaktere gewinnt man richtig lieb. Ich hätte den Schauspielern gerne noch länger zugeschaut. Jeder hat so perfekt in seine Rolle gepasst.

Achtung: es gibt nur noch zwei Spieltermine (April/Mai) und einer davon ist bereits fast ausverkauft!

Die Aktion ‚ich bin Theater-Patin/Pate‘ – Schauspiel für Kindern

Auf dem Weg nach draußen wollte ich mir noch einen Flyer für die aktuelle Spielzeit mitnehmen, denn der Theaterbesuch hat meinem Mann und mir richtig gut gefallen. Dabei bin ich auf die tolle Aktion ‚Ich bin Theater-Pate, denn…‘ gestoßen.

Es wird dazu aufgerufen Theater-Pate zu werden und so bei jeder mit einem Kind besuchten Vorstellung einen Stempel zu sammeln. Kann man drei Stempel auf der Theater-Paten-Karte  vorweisen, dann ist der vierte Besuch bereits kostenlos. Diese Bonuskarte gibt es an allen Theaterkassen in Düsseldorf und gilt für einen Erwachsenen und ein Kind. Das kann das eigene Kind oder ein Kind aus Bekanntenkreis und Nachbarschaft sein. So soll auch Kindern die Möglichkeit eines Theaterbesuchs gegeben werden, die sonst vielleicht nicht dazu kämen.

Drei Statements und Motive von den Postkarten, die es zu der Aktion gibt, stelle ich dir vor, weil ich sie so super fand:

  1. Ich bin Theater-Patin, denn… der Weg zum Kopf muss durch das Herz geöffnet werden. (Hassa Ibrahim, Strategieberaterin und im Vorstand des Fördervereins Junges Schauspiel, mit ihrem Sohn Jakob (8)
  2. Ich bin Theater-Pate, denn… man sieht nur mit dem Herzen gut. (Rajiv Strauß, Referent für Kultur im Büro des Oberbürgermeisters und Vorsitzender Förderverein Junges Schauspiel, mit seine Nichte Maja (5)
  3. Ich bin Theater-Patin, denn gemeinsames Sehen ist doppeltes Erleben. (Charlot Kühn, Abiturientin aus Duisburg, mit ihrer Nachbarin Emilie (12)

 

 

 

 

Wenn du nähere Informationen haben möchtest, hier ist der Kontakt:

karten-junges@duesseldorfer-schauspielhaus.de oder 0211/8523710

Meine Tochter (4) hat schon zwei Mal mit dem Kindergarten das junge Schauspielhaus besucht. Das eine Stück war wohl mehr geeignet als das andere. Wenn sie 5 wird, werde ich uns die Bonuskarte auf jeden Fall besorgen.

Nach dem Theater

Da unser Theaterbesuch schon um 21.15 Uhr zu Ende war, sind wir erst anschließend Essen gegangen. In 5 Minuten kannst du zu Fuß vom Central zur Immermannstraße laufen, wo es die vielen, guten japanischen Restaurants gibt. Welche Erfahrung wir dort gemacht haben, kannst du bald hier nachlesen. Wir haben es uns auch nicht nehmen lassen und nach dem Restaurantbesuch noch einen Abstecher in die derzeitige Inn-Bar von Düsseldorf gemacht. Lese dazu gerne diesen kleinen Artikel.

Unsere Date-Night war amüsant und lecker. Nachahmung gerne empfohlen. 🙂

Was unternimmst du gerne mit deinem Mann ohne Kinder, wenn sich die meist seltene Gelegenheit bietet? Was sind deine Tips für eine perfekte Date-Night mit Ehemann?

Nachtrag:

An dem Wochenende hat unser Sohn wieder viel gehustet und erhöhte Temperatur gehabt. Sonst bin ich immer bei jedem Husten gleich zum Kinderarzt gerannt oder in die Notfallambulanz gefahren, wenn Wochenende war. Diesmal nicht, weil sonst auch immer nichts schlimmes gewesen ist und entweder nur Hustensaft oder gar nichts verschrieben wurde. Das war ein Fehler. Mehr zu Lungenentzündung und Bronchitis bei Kleinkindern kannst du hier lesen.

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