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Der Maulwurf mit dem Aa auf dem Kopf – im Theater

Der Maulwurf mit dem Aa auf dem Kopf – im Theater

Das Theater

Am Sonntag, den 25. Februar habe ich mit meiner Tochter zum ersten Mal das Theater am Schlachthof (TAS) in Neuss besucht. Über einen Flyer in einem Restaurant bin ich erst auf die Einrichtung aufmerksam geworden, obwohl es das Theater bereits seit 1994 gibt.

Das TAS Neuss bietet neben Kindertheater auch Schauspiel, Kabarett und Lesungen für Erwachsene an (vielleicht eine Idee für unseren nächsten Mama-Papa-Abend?). Für Jugendliche gibt es spannende Projekte wie ein Improvisations-Theater-Duell.

 

 

 

 

 

Das Gebäude, in dem sich die Theaterräume befinden, ist eine ehemaligen Lackfabrik. Es gibt zwei separate Eingänge für das Kinder- und das Erwachsenentheater. An der Hauswand hängen große Plakate mit Zitaten von Goethe, Eminem und Kästner, die zum Nachdenken anregen. Mit Parken hatten wir keine Probleme. Es gab genügend Plätze direkt am Theater.

Es war sehr kalt an diesem Sonntag. Ich hatte die Befürchtung, dass wir frieren werden im ‚Schlachthof‘, aber es war ordentlich eingeheizt. Nur auf den Toiletten haben wir leicht gefröstelt (obwohl die toll ausgestattet waren mit Wickeltisch und Windeln!). Eigentlich sieht man von allen Plätzen aus gut. Trotzdem gibt es am Eingang ein Regal aus dem man sich Auto-Sitzerhöhungen für die Kinder nehmen darf, damit auch die Kleinsten gut sehen. Super Idee! Nach dem Stück haben auch alle Eltern die Sitze wieder mitgenommen und ordentlich ins Regal geräumt.

 

 

 

 

Meine Tochter & ihre Theatererfahrung

Meine Tochter ist jetzt vier Jahre alt und hat bereits ein bisschen Theater-Erfahrung. Ihr Kindergarten macht regelmäßig Ausflüge zu Familienkonzerten in der Tonhalle, zu Kinderstücken im Schauspielhaus Düsseldorf und zur Naturbühne in Ratingen am Blauen See. Mit uns hat sie ein paar Mal das Puppentheater an der Hemholtzstrasse in Düsseldorf besucht. Der Krefelder Weihnachtszirkus gehört seit 2 Jahren zu unserem festen Program. Trotzdem müssen wir aufpassen, dass wir sie nicht überfordern. Während Zirkus und Konzerte kein Problem sind, fängt sie bei Theaterstücken doch oft an sich zu fürchten. Sie kann dann Realität und Fiktion nicht unterscheiden. Das geht uns auch oft bei Büchern so.

Die letzten beiden Besuche im Puppentheater mussten wir abbrechen, weil z.B. ein sprechender Pullover mit großen Kulleraugen für sie zu viel war. Er hat ihr richtig Angst gemacht. Die Geschichte über den Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat, kannten wir bereits aus dem gleichnamigen Kinderbuch.

Das Stück war für Menschen ab 3 Jahren ausgeschrieben, also wollte ich gerne den Versuch wagen. Eigentlich sollte noch eine Kindergartenfreundin mitkommen, die aber leider am Morgen wegen Krankheit absagen musste. Da war die Laune meiner Tochter und die Motivation ins Theater zu gehen schon nicht mehr groß. Ich habe sie trotzdem überredet, dass es doch auch Spaß macht mit der Mama mal alleine etwas zu unternehmen.

Das Stück

Das Stück hat eine gute Stunde ohne Pause gedauert. Der Maulwurf wurde von einer sehr sympathischen Schauspielerin verkörpert. Was mich tatsächlich irritiert hat war, dass sie so groß ist. Denn es ist in dem Buch ja immer die Rede von dem KLEINEN Maulwurf. Ihre nicht weniger nette Kollegin schlüpfte in alle verschiedenen Tierrollen, die dem Maulwurf auf seiner Suche nach dem Schuldigen Übeltäter begegnen. Ich musste an manchen Stellen richtig laut über die Interpretation der unterschiedlichen Charaktere lachen.

Es war so unterhaltsam: da war u.a. die eingebildete Ziege mit Handtasche, die versucht dem Maulwurf das Gehen wie eine Fotomodel beizubringen. Sie war so genant, dass sie nur hinter dem Baum ihr Geschäft verrichten konnte. Da war der Hase, der als Karate-Meister mit Stirnband mit seinen Hasenkniddeln um sich schoss. Da gab es das müde Pferd, dem alles zu anstrengend war und das ständig Äpfel kaute. Am lustigsten war das Schwein, das sich mit Badekappe, Schwimmring und Klobürste im Komposthaufen vom Maulwurf suhlte und Platt sprach. Es wurde wirklich nicht langweilig.

Trotzdem gab es wieder den Moment bei dem meine Tochter verkrampfte und mir ins Ohr flüsterte, dass sie jetzt nach Hause gehen möchte: als sich der Maulwurf am Abend auf seinen Hügel setzte und anfing zu weinen, weil er nicht das richtige Tier gefunden hat, das ihm den Haufen auf den Kopf machte. Das war zu echt und zu traurig. Als der Maulwurf dann ankündigte, dass er noch den bösen Hund treffen muss vor dem er so Angst hat, war es fast soweit, dass wir gehen mussten. „Wir wissen doch aus dem Buch, dass der Hund eigentlich gar nicht böse ist,“ sagte ich. So kurz vor Schluss aufzustehen und zu gehen, wäre schade gewesen. Also sind wir geblieben.

Gott sei Dank war der Hund sehr goldig und lieb. Er entschuldigte sich beim Maulwurf, und die beiden haben sich wieder vertragen. Der Maulwurf hat nämlich dem Hund als Retourkutsche ein Häuflein auf den Kopf gesetzt während er sich ausgeruht hat.

Bevor wir aufgestanden sind fragte meine Tochter, ob der Maulwurf echt sei. Ich sagte „nein mein Schatz – das ist eine ganz normale Frau, die Schauspielerin ist und gerne für Kinder lustige Geschichten im Theater spielt. So wie die Omi manchmal“ (meine Mutter betreibt ein kleines Theater in der Eifel). Damit war es dann gut.

Am Ausgang standen die beiden Schauspielerinnen in ihren Kostümen und haben die Kinder verabschiedet. Dabei hat jedes Kind ein Ausmalbild in Postkartenformat mit dem Maulwurf als Give-Away bekommen. Mit solchen Kleinigkeiten kann man einen Theaterbesuch wunderbar abrunden und Kinder glücklich machen. Neben dem Regal mit den Auto-Sitzen stand auch ein Behälter mit zusammengerollten Maulwurf-Postern zum Stück, die man ebenfalls umsonst mitnehmen durfte.

Ich fand die Inszenierung sehr gelungen und durchaus geeignet für 3-Jährige, wenn man vorher mit dem Kind das Buch gelesen und es die Geschichte verstanden hat. Da es ständig um die unterschiedlichen Formen von Aa geht, gibt es immer was zu lachen. Das Bühnenbild und die Kostüme sind mit viel Liebe gestaltet. Die Schauspielerinnen Monika Sobetzko und Barbara Wegener verkörpern ihre Rollen bezaubernd.

Direkt neben dem Theater gibt es übrigens einen Spielplatz mit einem großen Klettergerüst und einer Seilbahn. Eher was für die größeren Kinder, aber meine Tochter hat sich trotzdem gefreut noch etwas rum zu klettern nach einer Stunde still sitzen.

Maulwurf-Termine

Alle Kinderstücke des TAS Neuss sind auch für Sondervorstellungen buchbar – mein Ausflugs- und Kultur-Tip für alle Kindergärten und Kitas in der Umgebung!

Den kleinen Maulwurf gibt es noch bis Juli 2018 zu sehen. Momentan sind Karten für jeweils zwei Vorstellungen im Mai/Juni/Juli verfügbar. Die Termine davor sind bereits ausverkauft!
Im Vorverkauf kostet ein Ticket 6,60 Euro für Kinder und 8,80 Euro für Erwachsene. Ich finde die Preise absolut fair und hätte auch mehr bezahlt.

Wer an dem Wochenende 14./15. April noch nichts vor hat, kann das Stück sogar umsonst bei der Neusser Kinder- und Familienmesse sehen. Außerdem wird es wohl auch einen Vorgeschmack auf die zwei neuen Kinderstücke des TAS geben: Bremer Stadtmusikanten und Fug & Janina.

2 Kommentare

  1. Tatiana Lehmann sagt

    Danke für viele Tipps und sehr interessante Beschreibung der Inszenierung😁 👌

    • mamanille sagt

      Hallo Tatiana,
      das freut mich sehr, das dir der Artikel gefallen hat – Danke für deine Zeit ihn zu lesen!
      Vielleicht interessiert dich auch mein neuester Post über ein Stück im Düsseldorfer Schauspielhaus – allerdings für Mama und Papa 😉 Vielleicht nehmt ihr euch ja mal wieder einen Abend ‚frei‘?
      Liebe Grüße, Julia

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