mama mußestunden, tanz & bewegung
Schreibe einen Kommentar

Täume werden wahr

In meinem Beitrag zur tänzerischen Früherziehung habe ich schon am Rande erwähnt, dass ich selbst früher sehr gerne zum Ballettunterricht gegangen bin. Mein Kindertraum war es immer Primaballerina zu werden. Etwa 10 Jahre hatte ich klassischen Ballettunterricht. Meine Mutter hat mich ein Mal pro Woche in das nächste Dorf gefahren, wo ein amerikanischer Ballettmeister aus einer benachbarten Stadt in einer Turnhalle Stunden für die Dorfkinder hielt. Spiegel gab es also nicht, aber Stangen – die mussten wir zu Beginn selber aufbauen. Vielleicht habe ich deshalb heute noch Hemmungen den Spiegel richtig zu nutzen, um mich selbst zu korrigieren. Irgendwann ist es mir mit der Schule alles zu viel geworden. Die älteren Mädchen, die immer nach mir dran waren, durften mit Spitzenschuhen trainieren. Ich habe sie beneidet. Meine Eltern haben nicht gewollt, dass ich mir die Füße ruiniere. Heute bin ich dankbar, dass meine Füße noch ganz normal aussehen.

Als junge Erwachsene habe ich aber immer wieder von vorne angefangen mit dem Tanzen. Egal in welcher Stadt ich gelebt habe – Koblenz, Köln, Düsseldorf, Amsterdam – überall habe ich eine Schule gefunden, die Ballettunterricht für Erwachsene Anfänger mit Vorkenntnissen anbot. Zwar habe ich auch viele, andere Tanzarten (von Jazz, über Street bis Flamenco) ausprobiert und für eine Weile praktiziert, aber erst wenn ich die Hand an der Stange hatte und die Ballettübungen zur Klaviermusik machen konnte, war ich so richtig glücklich. Die ganze Konzentration lag dann auf meiner Körperhaltung- und Spannung. Eine Stunde lang an nichts denken. Ich kann dieses Training wirklich nur empfehlen, weil es auch der Seele gut tut. Dass ich nicht wirklich weit gekommen oder richtig gut geworden bin, hat mich nie gestört. Immerhin durfte ich als 8-jährige Mal die Hauptrolle in einer kleinen Aufführung auf einer richtigen Bühne mit Vorhang tanzen (die Puppenfee). Davon gibt es sogar noch ein altes Video (kann man eigentlich noch Videorekorder kaufen? Sonst kann ich das meiner Tochter gar nicht zeigen!)

Auch die Ballettschule bei uns um die Ecke bietet Ballett für Erwachsene an. Das ist Luxus pur. Ich kann gar nicht sagen wie sehr mich das mit Freude erfüllt hat, als ich sowohl meine Tochter als auch mich selbst angemeldet habe. Wir können sogar von zu Hause dorthin laufen. Das ist herrlich im Sommer.

Unsere Erwachsenen-Gruppe ist ein wirklich schöner, bunter Mix aus allen Altersklassen und Frauentypen. Man fühlt sich einfach wohl. Wir tanzen immer in dem kleineren Saal 3 unter dem Dach. Die Garderobe hängt voll mit Ballettfotografien, -bildern und -zeichnungen. Die Eingangstür zur Schule wird durch einen alten Spitzenschuh, der am Türgriff festgebunden ist, offen gehalten. Da bin ich wieder beim Thema… Vor etwa 4 Wochen hat unsere Ballettmeisterin in die Runde gefragt, ob jemand Interesse hätte an einer halben Stunde Training auf Spitzenschuhen am Anschluss an die normale Stunde. Sie brauche wenigstens 5 Frauen, damit der Kurs zustande kommt. Für viele von uns ging damit glaube ich ein Mädchentraum in Erfüllung. Ganz seelig und voller Vorfreude bin ich nach Hause gelaufen und habe meine Schwiegereltern davon berichtet, die netterweise auf die Kinder aufgepasst haben.

Selbstverständlich bin ich der Empfehlung meiner Lehrerin nachgekommen und habe mir den Porsche unter den Spitzenschuhen besorgt. Wenn schon, denn schon! Wahrscheinlich wird es das einzige Paar sein, das ich mir in diesem Leben gönne, also spielt der Preis mal keine Rolle. Über meinen kleinen Ausflug mit Sohnemann zu JessicaWeltDanceWear in Köln und erste Schritte auf der Spitze kannst du bald mehr lesen.

Welchen Traum hast du dir zuletzt erfüllt?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.